Seit wann es legal ist und welche Vorschrift es erlaubt
Steckerfertige Solargeräte sind in Großbritannien (England, Wales und Schottland) seit dem 27. August 2026 legal 17. Grundlage ist das SI 2026/848, eine Verordnung, die die Plugs and Sockets etc. (Safety) Regulations 1994 und die Electricity Safety, Quality and Continuity Regulations 2002 (ESQCR) ändert. Sie wurde am 16. Juli 2026 erlassen und am 17. Juli dem Parlament vorgelegt 1.
Die Schritte: Die Regierung kündigte den Plan am 24. März 2026 an 6; das DESNZ (Energieministerium) führte vom 16. bis 30. Juni eine Konsultation mit 466 Antworten durch 23; am 16. Juli veröffentlichte es seine Antwort und die endgültige Produktspezifikation 34; und am 11. August genehmigte die Regulierungsbehörde Ofgem die Änderung der Netzregel G98 5.
Das SI 2026/848 erlaubt einer benannten Stelle, einen BS-1363-Stecker für einen „plug-in microgenerator“ zuzulassen. Das war vorher unmöglich, weil BS 1363 den Anschluss von Erzeugern verbietet; dieser Teil gilt im ganzen Vereinigten Königreich. Außerdem müssen solche Geräte die DESNZ-Spezifikation statt BS 7671 (die britische Norm für Elektroinstallationen) erfüllen; dieser Teil gilt nur in England, Wales und Schottland. Laut SI erzeugt das Gerät Strom direkt aus Sonnenlicht, hat höchstens 800 W AC-Ausgangsleistung, wird über einen Standardstecker angeschlossen, arbeitet parallel zum Netz und speichert keine Energie 1.
Viele Händlerseiten behaupten, das Amendment 4 zu BS 7671 vom April 2026 habe die Geräte legalisiert. Die Primärquellen stützen das nicht: Am 24. März erklärte die IET (Herausgeberin von BS 7671), die Geräte seien noch nicht legal und BS 7671 regle nicht, was an eine Steckdose angeschlossen wird 89; die DESNZ-Spezifikation schließt feste Anlagen nach Abschnitt 712 aus 4; und die legalisierende Vorschrift ist das SI 2026/848, in Kraft seit dem 27. August 1.
Welche Anforderungen das Gerät erfüllen muss
Die technischen Regeln stehen in der Plug-in Solar Device Interim Product Specification (IPS) v2.0 des DESNZ vom Juli 2026. Der Wechselrichter darf höchstens 800 VA liefern, mit höchstens 3,5 A in deine Installation, und die Module dürfen zusammen bis zu 2000 W DC haben. Ab mehr als 960 W Modulleistung muss der Hersteller dir eine fachliche Prüfung der Installation empfehlen. Die IPS beruht auf der deutschen DIN VDE V 0126-95:2025-12; wo sie abweichen, gilt die IPS 4.
Kein Speicher: Das SI erfasst nur Geräte, die keine Energie speichern, und die IPS schließt Steckerspeicher und Sets mit eingebautem Akku aus 14. Ebenfalls ausgenommen sind feste PV-Anlagen (BS 7671 Abschnitt 712) und gebäudeintegrierte PV 4.
Im Freien gilt mindestens IP55. Das Gerät darf nicht auf ACM/MCM-, HPL- oder Holzverkleidungen, auf Holzbalkonen oder an Gebäuden mit laufender Fassadensanierung montiert werden. Die Montage muss rückbaubar sein, und der Hersteller muss Windlastberechnungen und die maximale Montagehöhe angeben 4.
Bevor ein Modell verkauft wird, muss der Hersteller es im Typenregister der ENA (Verband der Netzbetreiber) eintragen, prüfen lassen und als IPS-konform kennzeichnen 4. Electrical Safety First rät, zu prüfen, ob das Modell im Register ENA Connect Direct steht, und bei Online-Marktplätzen vorsichtig zu sein 11.
Wie du es anschließt und was du an der Installation prüfen solltest
Das Gerät hat einen angespritzten, nicht zerlegbaren BS-1363-1-Stecker mit einer BS-1362-Sicherung von höchstens 5 A und kommt in eine normale Steckdose: Eine eigene Steckdose brauchst du nicht. Verlängerungskabel, Mehrfachsteckdosen, Reiseadapter, FI-Adapter und Konverter sind verboten 4. Electrical Safety First ergänzt: nie an Kabeltrommeln, Lichtstromkreisen oder Stromkreisen fest angeschlossener Geräte wie Backofen oder Kochfeld 11.
Die IPS empfiehlt einen modernen Fehlerstromschutz (RCBO, also FI/LS-Schalter). Hat dein Sicherungskasten noch alte Schmelzsicherungen ohne RCBO, lass die Installation von einer Elektrofachkraft prüfen. Laut IPS „may also be acceptable“ auch ein Leitungsschutzschalter (MCB) mit vorgeschaltetem FI-Schalter (RCD), das hängt aber noch von Tests des DESNZ ab 4.
Electrical Safety First ist strenger: Sie empfiehlt, jede Wohnung vor dem Kauf von einer Elektrofachkraft prüfen zu lassen, hält FI-Schalter vom Typ AC für ungeeignet (Typ A, B oder F sind geeignet) und verlangt, dass sie bidirektional sind, weil unidirektionale Geräte womöglich nicht auslösen oder unbemerkt ausfallen 11. Auch die IET warnt vor alten RCDs und nicht bidirektionalen RCBOs 9.
Das DESNZ wiederum sagt, seine unabhängige Sicherheitsstudie habe keine Probleme gefunden, die den Betrieb von Geräten bis 800 W an ordnungsgemäß abgesicherten Ringstromkreisen (ring final circuits) verhindern würden 3.
Eins pro Haushalt und Meldung an deinen DNO
Die G98 ist die Netzanschlussregel für kleine Erzeuger. Ihre Änderung DCRP/MP/26/02, von Ofgem am 11. August 2026 genehmigt, definiert diese Geräte mit bis zu 800 W und erlaubt eins pro Kundenanlage, „effectively one per household“, also eins pro Haushalt 5. Die IPS würde eins pro Stromkreis erlauben, aber bis zu einer Änderung gilt die G98 45. Auch Electrical Safety First und die IET sprechen von einem pro Haushalt 119.
Ein Steckergerät kann neben einer festen Solaranlage betrieben werden, wenn die Summe 16 A pro Phase nicht übersteigt; darüber gilt das Verfahren G99 5.
Du darfst selbst installieren: Für dich entfallen der Nachweis eines Fachinstallateurs, das Foto des cut-out (Hausanschlusskasten) und andere Anforderungen für feste Anlagen. Du musst aber deinem DNO (distribution network operator, dem Betreiber deines örtlichen Stromnetzes) Installation und Abbau des Geräts melden, mit vereinfachten Formularen 5.
Meldeportal und Frist: nicht bestätigtWird geprüft
Ofgem gab an, die ENA entwickle ein digitales Meldeverfahren für Verbraucher auf Basis von Connect Direct 5. Laut Which? und anderen nichtamtlichen Quellen ist das jetzt das Portal myplugin.solar: Es wird von der ENA betrieben, fragt E-Mail, Postleitzahl und Gerätemodell ab und leitet die Meldung an den zuständigen DNO weiter. Which? nennt außerdem eine Frist von 28 Tagen ab Installation 13.
Wir konnten das in keiner amtlichen Quelle bestätigen: Weder das Portal noch der konsolidierte G98-Text ließen sich öffnen. Ob die Meldung vor oder nach dem Anschließen erfolgen muss, ist ebenfalls nicht amtlich bestätigt. Frag bei deinem DNO nach.
Mieter, Leaseholder und Versicherung
Wenn du zur Miete wohnst oder Leaseholder bist (Inhaber einer Wohnung mit langfristigem Pachtvertrag in einem Gebäude, das einem Freeholder gehört), brauchst du eine Erlaubnis. Die IPS verpflichtet den Hersteller zum Hinweis, dass du die Zustimmung von Eigentümer, Vermieter, Freeholder, Hausverwaltung (managing agent) oder zuständiger Behörde einholen und klären musst, wer was bezahlt, und dass Baurecht (planning) und Listed Building Consent (Genehmigung bei Denkmalschutz) in deiner Verantwortung liegen 4.
Die Regierung rät, vor dem Kauf zu prüfen, ob du die Erlaubnis von Vermieter, Eigentümer oder Freeholder, eine Baugenehmigung oder einen listed building consent brauchst; diese Entscheidungen „are a matter for landlords, freeholders or councils“, liegen also bei Vermietern, Freeholdern oder Kommunen 7. Anders als in Deutschland gibt es keinen Rechtsanspruch auf die Installation: In der Konsultation wurde er gefordert, die Regierung versprach aber nur einen Leitfaden für Vermieter, Freeholder und Leaseholder 3.
Versicherung: Laut Ofgem und IPS musst du selbst prüfen, wie sich das Gerät auf deine Hausratversicherung und die des Gebäudes auswirkt 54. Die gemeinsame Erklärung von ECA, Electrical Safety First, IET, NICEIC und SELECT vom 9. Juni 2026 hielt fest, dass noch unklar ist, wie Versicherer reagieren, wenn der Verbraucher das Gerät selbst installiert hat 10. Homebuilding & Renovating empfiehlt, das Gerät der Versicherung zu melden, da ein nicht konformes oder nicht gemeldetes Gerät einen Schadensfall gefährden könnte; Zurich UK und The Property Institute warnen besonders bei Wohnungen und Wohnblöcken im Leasehold 17.
Baurecht und Unterschiede zwischen England, Wales, Schottland und Nordirland
England: Seit dem 27. August 2026 nimmt das SI 2026/896 Steckersolargeräte in das permitted development auf, also in Vorhaben, die ohne Bauantrag zulässig sind, wenn bestimmte Bedingungen erfüllt sind 12. An Wänden und Brüstungen von Balkonen oder Dachterrassen dürfen sie höchstens 0,4 m herausragen, zur öffentlichen Straße hin höchstens 0,2 m. Das gilt nicht für denkmalgeschützte Gebäude (listed), ob Haus oder Wohnung, nicht für Monumente, nicht für Wände, Balkone oder Zäune aus Holz und nicht für holzverkleidete Fassaden; in conservation areas (Schutzgebieten) und Welterbestätten sind zudem Wände, Balkone und Brüstungen zur öffentlichen Straße ausgenommen 12.
Wales und Schottland: Die elektrische Änderung (SI 2026/848) gilt dort 1. Das Baurecht ist dorthin übertragen, und wir haben keine eigene Änderung für Steckersolargeräte gefunden; frag also bei deiner Kommune nach. Das SI 2026/896 hat „England“ im Titel, sagt aber, es „extends to England and Wales“; seine Reichweite in Wales ist daher unklar 12.
Nordirland: Weder die ESQCR (NI) 2012 noch die G98/NI wurden geändert. Die IPS sagt, ihre Anwendung dort „is subject to further consideration“ 4, und laut Konsultation hängt das vom zuständigen nordirischen Ministerium ab 16. Which? rät den Bewohnern, abzuwarten 13.
Einspeisevergütung, Mehrwertsteuer und FörderungWird geprüft
Einspeisung: Die Smart Export Guarantee (SEG), die Vergütung für eingespeisten Strom, verlangt bei Solaranlagen bis 50 kW eine zertifizierte Anlage und einen zertifizierten Installateur, meist nach MCS (oder gleichwertig), sowie einen Smart Meter, der die Einspeisung misst 15. Which? schreibt, dass man für Überschüsse aus Steckergeräten derzeit kein Geld bekommt 13. Ein amtliches Dokument von DESNZ oder Ofgem zu Steckersolar und SEG haben wir nicht gefunden, und die Regierungsantwort sagt keine Reform zu 3. „Keine SEG“ ist also eine Schlussfolgerung, keine amtliche Entscheidung.
Mehrwertsteuer: Der Satz von 0 % gilt für die Installation energiesparender Materialien, Solarmodule eingeschlossen, bis zum 31. März 2027, ab dem 1. April 2027 sind es 5 %. Die Lieferung ohne Installation unterliegt dem Regelsatz 14. Ein Gerät, das du selbst montierst, würde daher 20 % MwSt. kosten; das ist aber eine Ableitung aus der VAT Notice 708/6, HMRC hat sich zu Steckersolar nicht eigens geäußert.
Förderung: Eine amtliche Förderung speziell für Steckersolargeräte haben wir nicht gefunden, und die Pressemitteilung der Regierung vom 26. August 2026 nennt keine 7. Die Ersparnis kommt nur aus dem Eigenverbrauch: Die Regierung spricht von bis zu etwa 110 £ im Jahr 7.
Das ist eine Information, keine Rechtsberatung
Diese Seite fasst amtliche und andere Quellen zusammen, Stand der Prüfung: 6. November 2026. Sie ist keine Rechts-, Elektro- oder Finanzberatung, und die Regeln ändern sich noch.
Prüf vor Kauf oder Montage die aktuellen Quellen, lass deine Installation von einer Elektrofachkraft ansehen und hol die nötigen Erlaubnisse ein. Diese Website verkauft keine Geräte und gehört zu keiner Marke.
Was sich ändert
- Eins pro Stromkreis: Die Regierung will von einem Gerät pro Haushalt zu einem pro Stromkreis mit eigenem Schutzschalter übergehen, dafür ist aber eine weitere G98-Änderung nötig, die es noch nicht gibt und für die kein Datum feststeht 345.
- Dauerhafte Norm: Die IPS ist vorläufig. Die Regierung will eine langfristige Norm angehen, ohne Zeitplan und ohne benannte BSI-Norm 34. Auch die Grenze von 2000 W Modulleistung und die Option MCB + RCD werden überprüft 34.
- Speicher: weiterhin ausgeschlossen; die Regierung „will continue to consider the evidence base“, prüft also weiter die Datenlage 3.
- Nordirland: wartet auf das zuständige nordirische Ministerium, ohne Datum 416.
- Mehrwertsteuer: Der Satz von 0 % auf die fachliche Installation endet am 31. März 2027, ab dem 1. April 2027 gelten 5 % 14. Das betrifft kein selbst montiertes Gerät.
Vor dem Kauf
- Prüf, ob du in England, Wales oder Schottland wohnst. In Nordirland: abwarten.
- Kauf ein komplettes Set, das die Konformität mit IPS v2.0 erklärt und im ENA-Register als konform geführt ist. Sei bei Online-Marktplätzen vorsichtig.
- Lass eine Elektrofachkraft deine Installation und deine FI-Schutzschalter prüfen (Typ A, B oder F und bidirektional, nicht Typ AC), besonders wenn du noch alte Schmelzsicherungen hast.
- Wenn du mietest oder Leaseholder bist, hol dir die schriftliche Erlaubnis von Vermieter oder Freeholder. Prüf das Baurecht: keine Holzbalkone oder Holzverkleidung, keine denkmalgeschützten Gebäude, Vorsicht in conservation areas.
- Plane die Steckdose: direkt in eine normale Steckdose, nie in Verlängerung oder Adapter, nicht an Licht- oder Gerätestromkreisen, und nur ein Gerät pro Haushalt.
- Melde das Gerät deinem DNO und deiner Versicherung.
Quellen
- legislation.gov.uk — SI 2026/848, The Plugs and Sockets etc. (Safety) Regulations 1994 and Electricity Safety, Quality and Continuity Regulations 2002 (Amendment) Regulations 2026offiziell
- GOV.UK (DESNZ) — Plug-in solar: Regulatory amendment and interim product specification (consultation and outcome)offiziell
- DESNZ — Plug-in solar: government response (July 2026)offiziell
- DESNZ — Plug-in Solar Device Interim Product Specification, version 2.0 (July 2026)offiziell
- Ofgem — Decision to Approve DCRP/MP/26/02: Proposed Amendment to facilitate Plug-in Microgeneration (11 August 2026)offiziell
- GOV.UK — Government to make plug-in solar available within months (24 March 2026)offiziell
- GOV.UK — Households can save as plug-in solar panels come to market (26 August 2026)offiziell
- IET — IET urges households to check electrical safety before using plug in solar products (24 March 2026)
- IET — Plug-in solar PV position paper (2026)
- IET — Joint statement from ECA, Electrical Safety First, the IET, NICEIC and SELECT on plug-in solar panels (9 June 2026)
- Electrical Safety First — Plug-in Solar Panels: Knowing the risks and how to reduce them, v1.0 (August 2026)
- legislation.gov.uk — SI 2026/896, The Town and Country Planning (General Permitted Development) (England) (Amendment) Order 2026offiziell
- Which? — Plug-in solar panels: everything you need to know (16 September 2026)
- HMRC — VAT on energy-saving materials and heating equipment (VAT Notice 708/6)offiziell
- MCS — Smart Export Guarantee
- DESNZ — Plug-in Solar Consultation (consultation document, 16 June 2026)offiziell
- Homebuilding & Renovating — Will your home insurance cover plug-in solar panels? (17 September 2026)
